Atomausstieg und EnergiewendeFür das Engagement von Germanwatch ist die Verantwortung Deutschlands – und der EU – in der Welt ein zentraler Ausgangspunkt, wobei man stets über den eigenen Tellerrand hinausblickt und mit Weitblick und globaler Perspektive an die Probleme herangeht. Die Menschen im Süden und der Einsatz für die Schwächsten sind dabei Zielpunkt politischer Analysen.
Germanwatch versucht, auf Deutschland, seine Politik und seine Wirtschaft einzuwirken – zum einen um schädliches Handeln zu verhindern, zum anderen um ein gutes Beispiel zu werden, dem möglichst viele andere Länder folgen können.
Die nach Fukushima eingeleitete Energiewende in Deutschland ist sicherlich ein herausstechendes politisches Ereignis im Deutschland der vergangenen Zeit. Entscheidende Beschlüsse und Gesetze sind bereits dazu auf den Weg gebracht worden.
Germanwatch hat an vielen Stellen mitgewirkt, dass es im weitgehenden gesellschaftlichen und politischen Konsens dazu gekommen ist.
So bot sich in den Phasen der Neudiskussion deutscher Energiepolitik die Möglichkeit, an hochkarätigen politischen Beratungen teilzunehmen.
Neben regelmäßigen Zusammentreffen mit Umweltminister Norbert Röttgen erfolgten Gespräche mit Klaus Töpfer und diversen Mitgliedern der Ethikkommission, ein Treffen im Kanzleramt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministern Norbert Röttgen, Peter Ramsauer, Rainer Brüderle sowie viele weitere Gespräche mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.


Der Stiftungsvorsitzende Klaus Milke und Vorstandsmitglied Christoph Bals war wieder mit einem Germanwatchteam beim 16. Klimagipfel im mexikanischen Cancun dabei.
29. November - 10. Dezember 2010
Germanwatch hat in Cancun den neuen Klima-Risiko-Index 2011 veröffentlicht.
Zum sechsten Male findet die Untersuchung statt, welche Länder besonders von Wetterextremen betroffen sind.
"Im Jahr 2009 waren überraschenderweise auch Länder wie Taiwan, Saudi Arabien und Australien unter den zehn besonders betroffenen Staaten", erklärt Sven Harmeling, Autor des Index bei Germanwatch. Gerade Saudi Arabien zählt bei den Klimaverhandlungen zu den Staaten, die wichtige Entscheidungen in Sachen Klimaschutz wiederholt ausbremsen. "Dies zeigt, dass kein Land vor Wetterkatastrophen gefeit ist, auch wenn insgesamt vor allem besonders arme Länder zu den am meisten Betroffenen gehören", so Harmeling. El Salvador belegt 2009 den ersten Rang.
Es deutet vieles darauf hin, dass der vom Menschen verursachte Klimawandel zu einem weiteren Anstieg von Wetterextremen in Form von starken Regenfällen oder extremer Trockenheit führen wird. "Vermehrt ergreifen Entwicklungsländer dabei selbst die Initiative zu Katastrophenvorsorge und Anpassung an den Klimawandel", stellt Harmeling fest. Hier bräuchten sie aber weitere finanzielle und institutionelle Unterstützung durch die Industrieländer sowie ambitionierten Klimaschutz um zukünftige Gefährdungen zu minimieren. "Die reichen Staaten, darunter auch Deutschland, dürfen daher der Verabschiedung einer ambitionierten Rahmenvereinbarung zur Anpassung nicht im Weg stehen. Teil hiervon muss ein umfangreiches Risikomanagement, aufbauend auf Katastrophenvorsorge sein. Zusätzlich sollten neue regionale und internationale Versicherungsansätze gemäß dem Verursacherprinzip international unterstützt werden", greift Harmeling eine Forderung vieler verletzlicher Entwicklungsländer auf.
Unter den zehn Ländern, die im Zeitrahmen von 1990-2009 am stärksten von Wetterextremen betroffen waren, befinden sich ausnahmslos Entwicklungsländer. Hierzu zählen unter anderem Bangladesch, Myanmar und Honduras.
Deutschland landete bei der Auswertung für das Jahr 2009 auf Platz 68, im langjährigen Vergleich (1990-2009) auf Platz 28.
Hier finden Sie die Dateien zum Klima-Risiko-Index 2011 und den Vorjahren
5. Dezember 2010
Die Stiftung unterstützt (und in ihren Germanwatch-Funktionen sind Klaus Milke als Vorsitzender und Christoph Bals als politischer Geschäftsführer mit dem Germanwatch-Team zur Zeit dort sehr aktiv) die Bemühungen von Germanwatch, im Rahmen der aktuellen Klimaverhandlungen in dieser Phase vor allem notwendige Vereinbarungen für Anpassungspolitiken für besonders betroffene Entwicklungsländer zu erreichen.
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Aktion vor dem Bonner Maritim. Germanwatch und weitere NRO forderten die Teilnehmenden bereits zur ersten Bonner Verhandlungsrunde im April dazu auf, ambitioniertere Klimaziele anzustreben und somit den 'Scherbenhaufen von Kopenhagen' zusammenzukehren. Foto: Simone Ackermann / Germanwatch |
Zur Zeit findet in Bonn eine 14tägige UN-Verhandlungsrunde statt, die den nächsten UN-Klimpagipfel in Cancun (Mexiko) im Dezember vorbereitet. Nachdem beim Klimagipfel in Kopenhagen sehr unzureichende Ergebnisse erzielt worden waren, soll nun alles Mögliche getan werden, um baldmöglichst das notwendige, rechtlich verbindliche Abkommen herbeizuführen. In Bonn sollen Vorklärungen getroffen werden, welche Bereiche Ende dieses Jahres bereits entscheidungsrelevant sein können: der Schutz des Regenwaldes, die Unterstützung der vom Klimawandel betroffenen Regionen hinsichtlich Anpassung, Technologiekooperation und Aufbau von Handlungskapazitäten. Zentral wird die Frage sein, ob die Industrieländer bereit sind, die angekündigten großen Investitionspakete für den Schutz des Klimas und Regenwaldes sowie für Ernährungssicherheit und Schutz vor Wetterextremen tatsächlich umzusetzen.
Die von der Stiftung Zukunftsfähigkeit geförderte Organisation Germanwatch bringt sich vielfältig und konstruktiv in den Prozess ein. So hat Germanwatch jetzt gemeinsam mit dem WWF eine Studie vorgestellt, die zentrale Elemente zum internationalen Umgang mit den Folgen des Klimawandels insbesondere für die ärmsten und besonders betroffenen Entwicklungsländer identifiziert. Diese Elemente müssen eine zentrale Säule eines neuen internationalen Klima-Abkommens werden und könnten zudem gleichzeitig den UN-Klimaverhandlungen eine positive Dynamik verleihen.
Sven Harmeling, Klimareferent bei Germanwatch und Hauptautor der Studie: "Der Klimawandel gefährdet schon heute die Ernährungs- und Wassersicherheit in Entwicklungsländern. Eine umfassende Anpassungsstrategie kann diesen Ländern wirkungsvoll dabei helfen, dass Investitionen in die Armutsbekämpfung und die Landwirtschaft nicht vom Klimawandel zunichte gemacht werden."
4. Juni 2010
Der neue Oberbürgermeister von Bonn Jürgen Nimptsch konnte kurz nach seiner Wahl als weiteres Beiratsmitglied für die Stiftung gewonnen werden. Seine Vorgängerin Bärbel Dieckmann, nunmehr Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe bleibt weiterhin Mitglied des Stiftungsbeirats.
Unser Stiftungs-Kuratoriumsmitglied Professor Dr. Michael von Hauff ist am 23.November 2009 Preisträger des B.A.U.M.-Umweltpreises in der Kategorie Wissenschaft geworden.
Sein wissenschaftliches Forschen und sein langjähriger Einsatz im Bereich Nachhaltigkeit wurden damit gewürdigt.